Du betrachtest gerade Interview von A4F mit Mission morgen

Kli­ma­schutz muss nicht immer auf der Straße laut werden. Manchmal beginnt er mit einer Fahne, einer Per­for­mance oder einer unge­wöhn­lichen künst­le­ri­schen Idee. Artists For Future Austria ver­bindet Kunst und Kli­ma­ak­ti­vismus, um Men­schen zum Nach­denken anzu­regen und neue Per­spek­tiven auf die Kli­ma­krise zu eröffnen. Doch wie kann Kunst tat­sächlich etwas bewegen? Und wie lässt sich Nach­hal­tigkeit auch in der Kunst- und Kul­tur­szene ver­ankern? Wir haben mit dem Kol­lektiv über krea­tiven Protest, gesell­schaft­liche Ver­ant­wortung und die Kraft kleiner Schritte gesprochen.

„Artists For Future Austria“ wurde 2019 gegründet. Was war der Anstoß für die Gründung der Gruppe, und worin besteht ihre Arbeit heute?

Die inof­fi­zielle Gründung erfolgte im März 2019 auf dem Wiener Held*innenplatz bei einer der ersten großen Kli­ma­de­mons­tra­tionen des öster­rei­chi­schen Ablegers der von Greta Thunberg ins Leben geru­fenen Fridays-For-Future-Bewegung. Am Ende dieser FFF-Kund­gebung betrat Werner Boote, Regisseur des vielfach aus­ge­zeich­neten Doku­men­tar­films „Plastic Planet“, das Podium und kün­digte an, dass es nach Deutschland nun auch eine Artists-For-Future-Gruppe in Öster­reich geben werde. Das ließ Maria Christine Holter, Kura­torin für zeit­ge­nös­sische bil­dende Kunst und bestens in der Wiener Kunst­szene ver­netzt, auf­horchen. Sie nahm hinter der Bühne Kontakt zu Boote auf und erklärte ihr Interesse, an der For­mierung dieser FFF-Allianz mit­zu­wirken. Es folgten Teil­nahmen an wei­teren Groß­demos (u. a. im Mai 2019 mit Greta Thunberg in Wien) unter eigenem „Banner“. Im Herbst 2019 kam es schließlich im Café Prückel in Wien zum offi­zi­ellen Grün­dungs­treffen, bei dem in Arbeits­kreisen die Tätig­keits­felder und Ziel­set­zungen abge­steckt wurden, die bis heute ihre Gül­tigkeit haben.

Kurz zusam­men­ge­fasst bedeutet das, die FFF-Bewegung in Öster­reich akti­vis­tisch zu unter­stützen, indem wir an Groß­ver­an­stal­tungen teil­nehmen und die Anliegen der Kli­ma­be­wegung mit künst­le­ri­schen Mitteln sichtbar machen. Im Bereich der Kunst­in­sti­tu­tionen und Kunst­schaf­fenden arbeiten wir an der Bewusst­seins­bildung für Kli­mathemen sowie an der Umge­staltung kli­ma­schäd­licher Arbeits­pro­zesse und Strukturen.

Euer Netzwerk bringt Men­schen aus ver­schie­denen Bereichen der Kunst und Kultur zusammen. Welche künst­le­ri­schen Dis­zi­plinen sind ver­treten, und wie arbeiten die Mit­glieder zusammen?

Artists For Future ist ein gewalt­freies, über­par­tei­liches und unab­hän­giges Kol­lektiv. Als Kunst­schaf­fende, Kurator*innen und Kunstvermittler*innen möchten wir die Themen Kli­ma­ziele, Kli­ma­not­wen­dig­keiten, Kli­ma­ge­rech­tigkeit und Kli­ma­wirk­lichkeit in den Kunst­kontext tragen und sie an unseren jewei­ligen Stand­orten thematisieren. 

Rund 2.500 Per­sonen aus den ver­schie­densten Bereichen der Kunst, Kultur und Krea­tiv­szene inter­es­sieren sich nach­weislich für unsere Arbeit (Newsletter-Abonnent*innen, Fol­lower auf Facebook und Instagram). Viele davon zählen zu unseren Unterstützer*innen, aber nur einige davon sind auch bereit, an Aktionen teil­zu­nehmen oder uns ihre Zeit für die Mit­arbeit in der Orga­ni­sation kos­tenlos zur Ver­fügung zu stellen. Bald nach der Gründung hatte sich eine kleine, aber aktive Gruppe als Orga­ni­sa­ti­onsteam eta­bliert, das als Ansprech­partner für Koope­ra­tionen und Aktionen dient. Die Mit­glieder des Orga­ni­sa­ti­ons­teams arbeiten für A4F aus­schließlich ehren­amtlich. Seit einigen Jahren gibt es auch einen Ableger der A4F in Graz. Eine Aus­weitung auf die rest­lichen Bun­des­länder ist natürlich erstrebenswert. 

Ihr nutzt Kunst, um auf die Kli­ma­krise auf­merksam zu machen. Was kann Kunst ver­mitteln, was wis­sen­schaft­liche Berichte oder poli­tische Dis­kus­sionen oft nicht vermögen?

Künst­le­rische Praxis schafft Erfah­rungs­räume, in denen abs­trakte Daten und kom­plexe Fra­ge­stel­lungen sinnlich erfahrbar werden. Kunst kann auf eine andere Weise berühren als infor­mative Berichte. Ideal wäre es, wenn künst­le­rische Werke den emo­tio­nalen Anstoß geben könnten, sich weiter zu infor­mieren, aktiv zu werden und zu handeln. Kunst for­mu­liert fest­ge­fahrene Bilder um und erschafft so neue Vor­stel­lungs­welten. Sie kann irri­tieren und pro­vo­zieren, aber auch Gemein­schaft stiften. Dadurch ver­mittelt Kunst nicht nur, sondern ermög­licht auch trans­for­mative Erfahrungen.

Im Aus­stel­lungs­kontext ver­suchen wir mit A4F, Men­schen zu erreichen, die aus Interesse an der Kunst gekommen sind und die wir wie nebenbei an Kli­mathemen her­an­führen. Es ist nicht leicht, neue Gruppen anzu­sprechen, doch Kunst kann ver­binden und zu Gesprächen führen. Zudem muss sich auch im Kunst- und Kul­tur­kontext die Bot­schaft ver­breiten, dass wir so nicht wei­ter­machen können und dass es Kli­ma­schutz­kon­zepte gibt, die schritt­weise in der eigenen künst­le­ri­schen Praxis sowie in ein­schlä­gigen Insti­tu­tionen umge­setzt werden müssen.

Ihr habt Pro­jekte wie die „Kli­mabox“, die „Klima-Zeit­ma­schine“, das „Fah­nenmeer“ und die „A4F Streetband“ orga­ni­siert. Welches eurer Pro­jekte hat die größte Resonanz in der Öffent­lichkeit gefunden, und warum war es eurer Meinung nach so erfolgreich?

Das ist schwierig zu beant­worten – wahr­scheinlich alle gemeinsam, aber auf unter­schied­liche Weise!

Die „Klima-Zeit­ma­schine“ von Tom Poe ist Teil der „Kli­mabox“ (https://artistsforfuture.at/klimabox/) – einem Fundus künst­le­risch gestal­teter, kli­ma­di­dak­ti­scher Mate­rialien – und bei Kon­fe­renzen, Ver­an­stal­tungen sowie Schul- und Stra­ßen­festen sehr beliebt. Sie ermög­licht eine wichtige Selbst­er­fahrung: Durch den men­schen­ge­machten Kli­ma­wandel wird es immer heißer. Wie wird es mir damit im städ­ti­schen Raum gehen? In einer umge­bauten Sau­na­kabine wird es der Person immer wärmer. Mit einer Video­brille sieht sie bekannte Orte in Wien, die durch die große Hitze stark ver­ändert sind – so wie es im Sommer dieses Jahres tat­sächlich geschah: glü­hender Asphalt, dürre Bäume, ver­trock­netes Gras. Bei den Ver­an­stal­tungen gibt es zuerst einen „Jahr­markt­effekt“: Die Men­schen stehen Schlange, um sich in die Klima-Zeit­ma­schine stellen zu können. Durch die poly­sinn­liche Erfahrung kommen sie aber ins Nach­denken und es können anschließend Gespräche zum Thema geführt werden.

Die „A4F Streetband“, die vor zwei Jahren auf Initiative von Birgit Hue­bener ent­stand und von ihr geleitet wird, ist ein großer Zugewinn für uns. Alle freuen sich über Musik bei Demos und Ver­an­stal­tungen. Musik fällt auf, bringt Schwung und hebt die Stimmung! Die Streetband hat zu bekannten, mit­singbaren Melodien Texte mit Kli­ma­bot­schaften geschrieben, sodass alle auch ohne Instrument mit­machen können.

Die Kli­ma­fahnen des „Fah­nen­meers“ sorgen für Sicht­barkeit – auf der Straße und in den Medien. Sie sind bei nahezu allen unseren Aktionen sowie den von Fridays For Future oder Kli­ma­protest orga­ni­sierten Groß­kund­ge­bungen seit 2020 in Öster­reich dabei. Seitdem haben sich viele Künst­le­rinnen an dem von Stella und Peer Bach initi­ierten Projekt beteiligt. Wir werden oft auf die Fahnen ange­sprochen, die sich durch ihre unter­schied­lichen künst­le­ri­schen Gestal­tungen und poin­tierten Bot­schaften aus­zeichnen. Dann kommen wir ins Gespräch. Die Kli­ma­fahnen sind sicherlich eines der wich­tigsten Erken­nungs­merkmale von Artists For Future.

Einige eurer Akti­vi­täten regen die Öffent­lichkeit zur direkten Teil­nahme an. Warum ist Par­ti­zi­pation in eurer künst­le­ri­schen Arbeit wichtig? 

Wir sind über­zeugt, dass Par­ti­zi­pation der erste Schritt zu Begegnung und Berührung ist. Zugleich ist es ein Angebot an alle Neu­gie­rigen und Inter­es­sierten. Nur durch Par­ti­zi­pation und Teilhabe können wir letzt­endlich Ver­än­derung her­bei­führen. Dafür braucht es das Ver­ständnis und die Ver­ant­wortung vieler.

Ihr nehmt auch an Kli­ma­streiks und öffent­lichen Demons­tra­tionen teil. Welche Rolle spielt Kunst bei diesen Protesten?

Bei den Kli­ma­streiks und Demos sorgen wir gemeinsam mit anderen Gruppen für Sicht­barkeit und Hör­barkeit. Wir wollen durch Kunst auf­fallen und mit den Men­schen ins Gespräch kommen. Bei Demos und Aktionen im öffent­lichen Raum treten wir ja in gewisser Weise zwangs­läufig mit den Men­schen um uns herum in Kontakt – verbal und non­verbal. So ent­stehen bei­spiels­weise auch Ideen für neue Klima-Fahnen. Zuletzt kam bei „OVER #2” eine neue Kli­ma­fahne von Lena Knilli zum Einsatz, die zur Mobi­li­täts­wende aufrief. OVER ist ein wie­der­hol­bares A4F-Akti­onformat, bei dem junge Tänzer*innen der Städ­ti­schen Musik- und Kunst­uni­ver­sität gemeinsam mit Klimafahnenträger*innen an einer stark befah­renen Stra­ßen­kreuzung im Herzen von Wien performen.

Ihr arbeitet mit Kul­tur­in­sti­tu­tionen, Uni­ver­si­täten und anderen Kli­maor­ga­ni­sa­tionen zusammen. In welchen Bereichen erfolgt diese Zusammenarbeit?

Eine intensive Ver­netzung zwi­schen Kunst, Wis­sen­schaft und Gesell­schaft stellt einen der wich­tigsten Hebel dar, um Ver­än­de­rungs­pro­zesse anzu­stoßen, um vom Wissen ins Tun zu kommen. Sowohl Kul­tur­in­sti­tu­tionen als auch Uni­ver­si­täten sind wichtige Akteure, mit denen wir für ein­zelne Pro­jekte koope­rieren. Bei­spiele hierfür sind gemeinsame Aus­stel­lungs- und Muse­ums­be­suche mit pas­sendem The­men­schwer­punkt, durch die Mit­wirkung bei der „Langen Nacht der Museen“ 2023 im Welt­museum Wien und der „Langen Nacht der For­schung“ 2026 an der mdw – Uni­ver­sität für Musik und dar­stel­lende Kunst Wien, die Teil­nahme am Kli­ma­ak­ti­onstag der Aka­demie der bil­denden Künste Wien und jenem im Künst­lerhaus Wien im Rahmen der Aus­stellung „Human_Nature“ 2023 sowie Aktionen und Per­for­mances bei der Wiener Kli­ma­bi­ennale 2024 und 2026 usw. Um auf poli­ti­scher Ebene etwas zu erreichen bzw. zu ver­ändern, braucht es viele. Es geht nicht nur um Akti­ons­mög­lich­keiten (z. B. bei Kli­ma­de­mons­tra­tionen), sondern auch um das Nutzen von Syn­ergien, um Sicht­barkeit und eine gegen­seitige Stärkung.

Vor welchen Her­aus­for­de­rungen stehen Künstler*innen, wenn sie sich in ihren Werken mit dem Kli­ma­wandel oder anderen poli­ti­schen Themen auseinandersetzen?

Diese Frage möchten wir mit einer per­sön­lichen Stel­lung­nahme der bil­denden Künst­lerin Lena Knilli beant­worten. Sie ist Artists-For-Future-Akti­vistin und Teil unseres Organisationsteams.

„Ich arbeite im Bereich Zeichnung, Malerei, Instal­lation, Audio und Video. Mich inter­es­sieren schon lange gesell­schaftlich und per­sönlich rele­vante Inhalte als Aus­gangs­punkt für meine künst­le­rische Arbeit. In den Werkserien Zu Tisch!, Sie trägt deine Geschichte oder Ver­gessen sind das bei­spiels­weise die The­men­Be­gegnung und die per­sön­liche Geschichte. Beim Thema Klima haben mich intensive Arbeits­phasen dazu gebracht, auch hier den per­sön­lichen Zugang her­vor­zu­heben (Urgency, das sind neonrote Aquarell-Pin­sel­zeich­nungen von Per­sonen der Gene­ration meiner Kinder, die sich mit ihrem Körper für die Sache ein­setzen, die sie für so wichtig erachten). Diese Arbeiten sind momentan in Aus­stel­lungen nicht unter­zu­bringen, obwohl ich es ver­schie­dentlich ver­sucht habe. Auch Tisch­ge­spräche zu per­sön­lichen Erfah­rungen im Kli­ma­wandel konnte ich bislang nicht umsetzen, obwohl ich diese Pro­jekte mehrfach bei Calls ein­ge­reicht habe. Konkret ist die Situation für Künstler*innen, die sich für eine rea­lis­tische Kli­ma­po­litik ein­setzen, nicht einfach. Wir sind häufig beruflich sehr gefordert und neigen dazu, uns mit viel Akti­visti-Arbeit ins­gesamt zu über­ar­beiten. Das kann zu einer gerin­geren men­talen Resi­lienz führen, die wir aber alle dringend brauchen, um die Nerven und Aus­dauer zu bewahren.“

Habt ihr seit der Gründung der Orga­ni­sation Ver­än­de­rungen in der Art und Weise fest­ge­stellt, wie das Publikum auf kli­ma­be­zogene Kunst reagiert?

Zu diesem Punkt hat sich Lena Knilli unter Punkt 8 bereits aus ihrer Per­spektive geäußert. Hier noch eine Ergänzung: Einer­seits hat die Sicht­barkeit von kli­ma­be­zo­gener Kunst in vielen Insti­tu­tionen in den letzten fünf Jahren stark zuge­nommen, besonders im Aus­stel­lungs­be­reich der Bil­denden Kunst. Ande­rer­seits bemerken wir, dass es schwie­riger geworden ist, mit diesem Thema „zu landen“. Erfreulich ist, dass Fördergeber*innen der öffent­lichen Hand in Öster­reich das Thema zunehmend in ihre Bewer­bungs­kri­terien auf­nehmen, sodass bei der Pro­jekt­ein­rei­chung nach­weislich kli­ma­freund­liches und nach­hal­tiges Handeln ein­ge­fordert wird. Ein Umdenken, das wir auch als Erfolg unserer Präsenz im Kunst- und Kul­tur­ge­schehen deuten dürfen.

Was könnten Museen, Theater, Galerien und andere Kul­tur­in­sti­tu­tionen tun, um nach­hal­tiger zu werden?

Prin­zi­piell das­selbe wie bei jeder anderen Insti­tution, Pro­duk­ti­ons­stätte oder jedem pri­vaten Haushalt: CO₂-Reduktion durch Res­sour­cen­sparen und die Umstellung auf nach­haltige Ener­gie­formen für Heizung und Arbeits­be­trieb! Was im Falle der Kunst jedoch besonders ins Gewicht fällt, sind die Fak­toren Mobi­lität und Transport. Betroffen sind in erster Linie der Aus­stel­lungs­be­trieb und das Rei­se­ver­halten von Forscher*innen, Vermittler*innen, Kunsthändler*innen und Künstler*innen aller Sparten. Dieses hat seit Mitte der 70er-Jahre des letzten Jahr­hun­derts stetig zuge­nommen und ist mit dem neo­li­be­ralen Life­style- und Luxus­modus wohl­ha­bender Gesell­schaften ver­schmolzen. Hier ist vor allem der trans­at­lan­tische und inter­kon­ti­nentale Flug­verkehr zu nennen, der sich im Unter­schied zu inner­eu­ro­päi­schen Transport‑, Kongress‑, Auftritts‑, Geschäfts- und For­schungs­reisen nicht durch Bahn­reisen ersetzen lässt. Eine Ver­bes­serung wäre nur durch poli­ti­sches Handeln möglich, etwa durch Kos­ten­wahrheit mittels einer höheren Kero­sin­steuer, was jedoch nicht nur den Wirt­schafts­lobbies sämt­licher Regie­rungen zuwi­der­läuft, sondern letztlich auf das Kul­tur­budget aller Kul­tur­in­sti­tu­tionen zurück­fallen würde.

In den Bereichen der Auf­füh­rungs­technik und ‑praxis sowie der äußerst kom­plexen Kon­ser­vierung und Kli­ma­ti­sierung bil­dender Kunst wäre der gezielte Einsatz mög­lichst natur­be­las­sener Mittel und Mate­rialien ein Weg, der sofort zum Tragen kommen könnte und weniger von der Wirt­schafts­po­litik abhängig wäre. Beim Kul­tur­gü­ter­schutz sind die seit den 1960er-Jahren ent­wi­ckelten, auf­wen­digen Tech­niken der Kli­ma­ti­sierung zum größten Teil unver­zichtbar. Aber auch hier sind Ver­än­derung, Inno­vation und Reform in Richtung einer nach­hal­tigen Praxis notwendig.

Was gibt Euch Hoffnung, dass Kunst und Kultur zum Kli­ma­schutz bei­tragen können?

Der Versuch der Artists For Future, zwi­schen 2020 und 2023 mit dem Projekt „Silence for Future“ durch Stille-Medi­tation eine Änderung der all­ge­meinen Ein­stellung der Gesell­schaft gegenüber Natur und Nach­hal­tigkeit zu erreichen, hat sich als nicht besonders zug­kräftig erwiesen. Die Medi­tation könnte eine geistig-kör­per­liche Beru­higung und Resi­lienz fördern und wie­derum eine bessere Ein­sichts­fä­higkeit in die gewohn­heits­mäßig kli­ma­schäd­liche Lebens­praxis unserer Gesell­schaft bringen. Die vor zwei Jahren begon­nenen öffent­lichen Ver­an­stal­tungen der For­Future-Allianz „Psy­cho­lo­gists For Future” könnten jedoch auf bessere Resonanz stoßen.

Es hat sich gezeigt, dass die seit 2020 von den Artists For Future insze­nierten Aktionen, Per­for­mances und Instal­la­tionen mit künst­le­ri­schen Mitteln dem Erlebnis- und Ver­ständ­nis­be­dürfnis einer inter­es­sierten Öffent­lichkeit besser ent­ge­gen­kommen. Auf­grund der kleinen Besetzung der Allianz sind sie jedoch ziemlich arbeits­in­tensiv, was sich ange­sichts der ehren­amt­lichen Aus­übung einer Handvoll enga­gierter Kunst- und Kul­tur­schaf­fender als schwierig erweist. Wir sind jedoch davon über­zeugt, dass das Tun von A4F Bewusst­seins­ver­än­de­rungen im sozialen Feld unserer Gesell­schaften bewirkt! Deshalb unter­nehmen wir trotz aller Rück­schläge in der Kli­ma­de­batte immer wieder neue Anläufe, sprechen neue Per­sonen an, ent­wi­ckeln neue Ideen und führen Aktionen durch. Wir hoffen, Artists For Future Öster­reich damit am Laufen zu halten.

An diesem Interview haben fol­gende Mit­glieder des Orga­ni­sa­ti­ons­teams der Artists For Future Austria mitgewirkt: 

  • Maria Christine Holter (freie Kunst­his­to­ri­kerin und Kuratorin)
  • Birgit Hue­bener (Nach­hal­tig­keits­be­auf­tragte an der mdw)
  • Lena Knilli (bil­dende Künstlerin)
  • Marietta Mautner (Kura­torin an der Albertina Wien i. R.)
  • Tom Poe (Fotograf)